Interview mit dem 5maligen Paralympicssieger und 18maligen Weltmeister Michael Teuber

Das Leben von Paracycler Michael Teuber, 5maliger Paralympics-Sieger und 18maliger Weltmeister, ändert sich am 1.8.1987 schlagartig. Nach einem unverschuldeten Unfall auf dem Weg zum portugiesischen Ferienort lautet die Diagnose: Inkompletter Querschnitt. Da ist Michael Teuber 19 Jahre alt und die Ärzte bereiten ihn auf ein Leben im Rollstuhl vor. Eine Prognose, die der heute 48jährige nicht akzeptieren will. Fünf Jahre quält er sich, um wieder gehen zu lernen. Fünf Jahre braucht er, um sich mit seinem neuen, zweiten Leben zu arrangieren. Es ist ein Kampf zurück in ein Leben als Fußgänger. Teubers Werdegang steht für die Kraft, die aus einer existentiellen Krise entspringen kann. Der versehrte Mann als mitunter besserer und glaubwürdigerer Entscheider, weil er die größte Krise seines Lebens schon hinter sich hat. Sein Aufstieg zum Weltklasse-Sportler, seine großen Erfolge bei den Paralympics, seine Extremsport-Abenteuer wie die Besteigung des El Teide und des Kilimandscharo sind ein Beleg dafür und ein überzeugendes Beispiel für die persönliche Moral, mit der er sich zurück ins Leben gekämpft hat.

Im Interview mit Joachim Day reflektiert Teuber über seinen inkompletten Querschnitt, über die Karriere und den Aufstieg zum Weltklassesportler, über die 5. Goldmedaille, die er kürzlich bei den Paralympics in Rio errang, über die offensichtliche Geringschätzung und Unterbezahlung von Behindertensportlern und über seine Sexualität, die Sexualität eines Menschen mit Handicap. Seine Familie, seine Eltern, sein Bruder, entscheidende Eckpfeiler im Leben von Michael Teuber, der seinen Werdegang mit Co-Autor Thilo Komma-Pöllath im Buch "Aus eigener Kraft - Wie mich die größte Krise meines Lebens stark gemacht hat" spannend schildert.